70er/80er

 70er / 80er

 

Die Siebziger

Die 70er Jahre brachten zunächst keine eigenständige musikalische Neuerungen hervor. Meistens wurden die Strömungen der 60er Jahre aufgegriffen, variiert oder einfach fortgeführt. Bands wie die Rolling Stones oder Sänger wie Bob Dylan sorgten weltweit nach wie vor für überfüllte Konzert-Arenen und Massenhysterien. Der wichtigste Impuls für die Rockmusik kam aus Jamaika: Bob Marley, Peter Tosh oder Jimmy Cliff schlugen einfache Rhythmen und Harmonien an und sangen dazu Texte, die das Elend der Dritten Welt beklagten und zur Revolution aufriefen. Ihr Reggae beeinflusste ab sofort die gesamte populäre Musik. Was in Amerika davon übrig blieb, war die Funky Music. Die Band Earth, Wind & Fire war eine der führenden Vertreter dieses Stils.

Die einstmals revolutionäre Rockmusik verkam zum Kuschelrock ohne Message. "It's Only Rock `n` Roll, But I Like It" sangen auch die Stones. Populäre Gruppen mit eingängigen Melodien und Liebes- und Weltschmerz-Texten sprossen wie Pilze aus dem Boden. Die Band „Supertramp“ ist eine der exemplarischen Vertreter dieses Mainstream-Rocks.

ABBA stieg mit zeitlosen Schlagern zu den neuen Stars der Musikszene auf. Die Pop-Musik war geboren. 53 Mio. verkaufte Platten machten die Band zur erfolgreichsten Pop-Gruppe seit den Beatles.

Diese Musik löste nicht nur bei anderen Musikern, sondern auch bei den Fans etwas aus. Mit dem Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta in der Hauptrolle war das Diskofieber nicht mehr aufzuhalten. Überall hörte man jetzt diesen durchgängigen schnellen Beat ("Come on, Let's Dance", "Get up and Boogie!"), der die internationalen Discotheken im Nu eroberte.

Doch die Siebziger brachten auch eine andere Strömung hervor: den Punkrock. Er entstand auch als Reaktion auf die wachsenden sozialen Probleme der westlichen Industriegesellschaft. Zu den radikalsten Vertretern des Punks zählte die Londoner Band Sex Pistols. Bands wie The Stranglers oder Talking Heads provozierten mit sexistischen bisweilen sogar faschistischen Texten.

In Deutschland feierte Punk-Lady Nina Hagen mit Hits wie "Auf'm Bahnhof Zoo" und "Ich glotz' TV" große Erfolge. Das Ende der Punk-Bewegung setzte ein wie jedes andere Ende auch. Entzückte Bürgerkreise entdeckten den Anti-Chic des Punk-Rocks, machten ihn salonfähig und vermarkteten ihn schließlich. Danach herrschte wieder eine große Leere 

Die Achtziger

Der Sound der Achtziger ist der der Synthesizer. Vince Clark, ehemaliges Depeche-Mode-Mitglied gründete nach dem Ausstieg aus der Band mit Alison Moyet das Popduo Yazoo und setzte mit ihr die entscheidenden Standards. Selbst Altrocker wie Bruce Springteen und die Dire Straits ließen sich von diesem Trend beeinflussen und entdeckten den Elektro-Sound.

Die Gruppe Kraftwerk war mit dem Album „Computerwelt“, eine reine Synthesizer-Platte, der Vorreiter der späteren Techno-Musik.

Ebenfalls aus dem Elektrosound entwickelte sich der Disco-Pop. Er brachte Sternchen wie Sabrina, C.C. Catch, Den Harrow, Fancy oder Samantha Fox hervor. Aber im Gegensatz zu ihnen schafften es lediglich die Pet Shop Boys und Erasure, sich über längere Zeit am Starhimmel zu halten.

Die New-Wave-Bewegung setzte endgültig andere Impulse. Sie nahmen die Antihaltung der Punks auf und illustrierten sie in ihren Songs. Die Talking Heads sind eine ihrer bekanntesten Vertreter.

Gleichzeitig setzte sich ein revolutionärer Tanzstil durch: Breakdance wurde zu einem Symbol der Achtziger. Er ist der Ausdruckstanz der aufkommenden HipHop-Bewegung in den USA.

Deutschland dagegen bekam die Neue Deutsche Welle. „Da Da Da“ von Trio, Extrabreit, DAF, DÖF, Hubert Kah, Ideal, auch Ina Deter und Nena kamen aus ihr hervor. Auch wenn sie nicht lange währte, bis heute prägt sie Bands, wie z. B. Zweiraumwohnung und Wir sind Helden.